Wer für 2027 Urlaub plant, sollte die Erwartung früh dämpfen. Von den neun Feiertagen, die in allen sechzehn Ländern gelten, fallen fünf auf ein Wochenende: der 1. Mai auf einen Samstag, der 3. Oktober auf einen Sonntag, der 1. Weihnachtstag auf einen Samstag, der 2. Weihnachtstag auf einen Sonntag. Dazu kommt der Reformationstag am Sonntag, der in neun Ländern gilt. Nachgeholt wird in Deutschland nichts. Was bleibt, ist wenig, aber es liegt gut. Alle Termine sind aus dem Osterdatum und den Feiertagsgesetzen gerechnet; die Grundlage steht in unserer Feiertagsübersicht.
Was überall geht
Neujahr, Freitag 1. Januar
Das Jahr beginnt mit einem Dreitagewochenende ohne Urlaubstag. Der 25. Dezember 2026 ist ein Freitag, der 26. ein Samstag. Wer den 28. bis 31. Dezember 2026 frei nimmt, hat vom 25. Dezember bis zum 3. Januar 2027 zehn Tage am Stück für vier Urlaubstage; mit dem 24. Dezember, einem Donnerstag und in keinem Bundesland Feiertag, werden es elf Tage für fünf. Das ist die beste Rechnung des gesamten Jahres, und sie gehört eigentlich noch zu 2026.
Ostern, 26. bis 29. März
Karfreitag und Ostermontag ergeben wie jedes Jahr vier freie Tage ohne Urlaub. Mit vier Urlaubstagen vom 30. März bis 2. April werden es zehn. Ostern liegt 2027 früh; wer Wärme sucht, muss weit fahren.
Christi Himmelfahrt, Donnerstag 6. Mai
Der zuverlässigste Brückentag des Kalenders, weil er ausnahmslos auf einen Donnerstag fällt. Der Freitag 7. Mai kostet einen Urlaubstag und bringt vier freie Tage, 6. bis 9. Mai.
Pfingsten, Montag 17. Mai
Drei Tage ohne Urlaub, 15. bis 17. Mai. In Brandenburg ist auch der Pfingstsonntag gesetzlicher Feiertag, was für Beschäftigte mit Sonntagsdienst einen Unterschied macht, für die Urlaubsrechnung nicht.
Mai ist damit der Monat des Jahres: Himmelfahrt und Pfingsten liegen elf Tage auseinander. Wer vom 7. bis 14. Mai sechs Urlaubstage nimmt, hat vom 6. bis 17. Mai zwölf Tage frei.
Was nur in manchen Ländern geht
| Feiertag | Datum | Wo | Was er bringt |
|---|---|---|---|
| Heilige Drei Könige | Mittwoch 6. Januar | Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt | Mit 4. und 5. Januar als Urlaub: Neujahrswochenende bis 6. Januar durchgehend; mit 7. und 8. dazu: 1. bis 10. Januar, zehn Tage für vier Urlaubstage |
| Frauentag | Montag 8. März | Berlin, Mecklenburg-Vorpommern | Dreitagewochenende ohne Urlaub |
| Fronleichnam | Donnerstag 27. Mai | Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland; Teile von Sachsen und Thüringen | Brückentag Freitag 28. Mai: vier Tage. Zehn Tage nach Pfingsten, also drittes langes Wochenende in vier Wochen |
| Weltkindertag | Montag 20. September | Thüringen | Dreitagewochenende ohne Urlaub, das einzige des Herbstes |
| Allerheiligen | Montag 1. November | Baden-Württemberg, Bayern, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland | Dreitagewochenende ohne Urlaub |
| Buß- und Bettag | Mittwoch 17. November | Sachsen | Mit Montag und Dienstag als Urlaub: fünf Tage; mit Donnerstag und Freitag dazu: neun Tage für vier Urlaubstage |
| Mariä Himmelfahrt | Sonntag 15. August | Saarland, Teile Bayerns | Verloren |
Die Länderrechnung
Zählt man nur Feiertage, die auf einen Werktag fallen, und rechnet Brückentage dazu, ergibt sich für 2027 ein klares Bild. Baden-Württemberg und Bayern kommen auf die meisten Chancen: Heilige Drei Könige mitten in der Woche, Fronleichnam am Donnerstag, Allerheiligen am Montag. Sachsen hat mit dem Buß- und Bettag am Mittwoch die längste Einzelbrücke des Jahres. Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben außer Himmelfahrt keinen einzigen Brückentag und verlieren zusätzlich den Reformationstag an den Sonntag. Die genaue Rechnung mit Datum steht auf jeder Landesseite unter Brückentage, etwa für Nordrhein-Westfalen oder Sachsen.
2027 in Zahlen, je Bundesland
Gezählt sind nur landesweite Feiertage. Brückentage sind Feiertage an einem Dienstag oder Donnerstag; ein Feiertag am Mittwoch ergibt mit zwei Urlaubstagen neun freie Tage und ist gesondert vermerkt.
| Bundesland | Feiertage | davon am Werktag | ans Wochenende verloren | Brückentage |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 12 | 8 | 4 | 2 + 1 Mittwoch |
| Bayern | 12 | 8 | 4 | 2 + 1 Mittwoch |
| Nordrhein-Westfalen | 11 | 7 | 4 | 2 |
| Rheinland-Pfalz | 11 | 7 | 4 | 2 |
| Saarland | 12 | 7 | 5 | 2 |
| Berlin | 10 | 6 | 4 | 1 |
| Hessen | 10 | 6 | 4 | 2 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 11 | 6 | 5 | 1 |
| Sachsen | 11 | 6 | 5 | 1 + 1 Mittwoch |
| Sachsen-Anhalt | 11 | 6 | 5 | 1 + 1 Mittwoch |
| Thüringen | 11 | 6 | 5 | 1 |
| Brandenburg | 12 | 5 | 7 | 1 |
| Bremen | 10 | 5 | 5 | 1 |
| Hamburg | 10 | 5 | 5 | 1 |
| Niedersachsen | 10 | 5 | 5 | 1 |
| Schleswig-Holstein | 10 | 5 | 5 | 1 |
Brandenburg fällt auf: zwölf Feiertage, aber nur fünf an Werktagen. Der Grund sind Oster- und Pfingstsonntag, die dort gesetzliche Feiertage sind und naturgemäß immer verloren gehen. Für die Urlaubsrechnung steht Brandenburg 2027 damit auf einer Stufe mit Bremen und Hamburg.
Ferien und Brückentage zusammen denken
Was 2027 nicht geht
- Kein langes Wochenende zum 1. Mai. Der Samstag ist verloren, und der 30. April ist ein normaler Freitag.
- Kein Herbstwochenende zum 3. Oktober. Der Sonntag ist verloren; der 4. Oktober ist Montag und Arbeitstag.
- Kein Weihnachtswochenende. Der 24. Dezember 2027 ist ein Freitag, der 25. und 26. fallen auf Samstag und Sonntag. Wer zwischen den Jahren frei will, braucht vom 27. bis 31. Dezember fünf Urlaubstage und hat dann vom 25. Dezember bis 2. Januar 2028 neun Tage; Neujahr 2028 fällt auf einen Samstag und ist ebenfalls verloren.
- Kein Reformationstag am Werktag, in keinem der neun Länder.
Die Faustregel für 2027 lautet deshalb: Den Urlaub in den Mai legen, das Jahresende früh planen und für Weihnachten keine Wunder erwarten. 2028 wird besser, dort fällt der 1. Mai auf einen Montag und der 3. Oktober auf einen Dienstag.

