Der Feiertagskalender, den Google, Apple und Microsoft mitliefern, heißt Feiertage in Deutschland. Er kennt aber kein Bundesland. Fronleichnam steht darin für alle, obwohl er nur in sechs Ländern landesweit gilt, und der 8. März fehlt oder taucht mit einem Hinweis auf, je nach Anbieter und Version. Wer wissen will, ob am Donnerstag wirklich frei ist, braucht einen Kalender für sein Land. Der lässt sich einbauen, aber es gibt zwei Wege, und sie verhalten sich unterschiedlich.
Import: eine Datei, ein Zustand
Ein Import liest eine ICS-Datei einmal ein und legt die darin enthaltenen Termine als eigene Einträge an. Danach hat der Kalender keine Verbindung mehr zur Quelle. Ändert sich ein Termin, etwa weil ein Land seine Ferienordnung korrigiert, bleibt der importierte Eintrag falsch. Dafür ist der Import robust: Er funktioniert offline, er verrät niemandem, wann der Kalender geöffnet wird, und er lässt sich in jeden beliebigen Kalender legen, auch in einen gemeinsamen Familienkalender.
Unsere Ferienseiten bieten je Bundesland und Ferienart eine ICS-Datei zum Import an, mit allen vier erfassten Schuljahren. Das ist bewusst ein Import und kein Abonnement: Ferientermine ändern sich selten, und wenn, dann Jahre im Voraus. Wer die Datei einmal einliest, hat Ruhe bis zum nächsten Schuljahr, das noch nicht drin ist.
Abonnement: ein Link, der lebt
Ein Abonnement verweist auf eine Adresse im Internet, meist mit dem Präfix webcal:// oder als https-Link auf eine .ics-Datei. Der Kalender holt sich die Datei regelmäßig neu und übernimmt Änderungen. Das ist der richtige Weg für alles, was sich ändern kann. Der Preis: Der Kalender fragt die Adresse in Abständen ab, die man nicht steuert. Google aktualisiert abonnierte Kalender nach eigenen Angaben etwa einmal täglich, in der Praxis manchmal deutlich seltener; Apple lässt das Intervall wählen, von stündlich bis wöchentlich; Outlook liegt dazwischen.
Für Feiertage ist ein Abonnement nicht nötig. Sie ändern sich in Deutschland so gut wie nie; die letzten neuen Feiertage waren der Weltkindertag in Thüringen 2019 und der Frauentag in Mecklenburg-Vorpommern 2023. Wer trotzdem abonnieren will, bekommt bei einem seriösen Anbieter dasselbe wie beim Import, nur mit einer Abfrage pro Tag.
So kommt der Kalender in die App
Google Kalender
Import: im Browser unter Einstellungen, Importieren und Exportieren, Datei auswählen, Zielkalender wählen. Die Android-App kann nicht importieren; der Umweg über den Browser ist Pflicht. Abonnement: in der Seitenleiste bei Weitere Kalender das Pluszeichen, dann Per URL. Die Adresse muss mit https beginnen, webcal versteht Google nicht.
Apple Kalender
Import: Datei doppelklicken oder in den Kalender ziehen, Zielkalender bestätigen. Auf dem iPhone die Datei aus Mail oder Dateien öffnen und Alle hinzufügen wählen. Abonnement: am Mac unter Ablage, Neues Kalenderabonnement, auf dem iPhone unter Einstellungen, Kalender, Accounts, Account hinzufügen, Andere, Kalenderabo hinzufügen. Apple akzeptiert webcal und https.
Outlook
Import: Datei, Öffnen und Exportieren, Importieren. Achtung: Outlook legt importierte Termine standardmäßig in den Hauptkalender, nicht in einen eigenen. Wer sie später wieder loswerden will, sollte vorher einen eigenen Kalender anlegen und beim Import auswählen. Abonnement: Kalender hinzufügen, Aus dem Internet, Adresse einfügen.
Woran ein falscher Kalender zu erkennen ist
- Fronleichnam oder Allerheiligen stehen drin, obwohl das eigene Land sie nicht kennt. Dann ist es ein bundesweiter Sammelkalender.
- Der 8. März fehlt in Berlin oder Mecklenburg-Vorpommern, der 20. September in Thüringen. Dann ist der Kalender älter als 2019 beziehungsweise 2023.
- Ostersonntag und Pfingstsonntag sind als Feiertage markiert, obwohl das Land nicht Brandenburg ist. Dann hat jemand kirchliche Feste mit gesetzlichen Feiertagen verwechselt.
- Ferien enden am Freitag, obwohl die Ferienordnung den Sonntag nennt. Manche Kalender kürzen auf Schultage, andere nicht. Beides ist vertretbar, aber man sollte wissen, welches.
- Termine sind mit Uhrzeit statt ganztägig eingetragen. Feiertage und Ferien gehören als ganztägige Einträge ohne Zeitzone in den Kalender; sonst verschieben sie sich beim Reisen.
Ganztägig und ohne Zeitzone
Ein technisches Detail mit Folgen: Ferien- und Feiertagstermine sollten im ICS-Format als reine Datumsangabe stehen, ohne Uhrzeit und ohne Zeitzone. Dann zeigt der Kalender sie überall gleich an. Termine mit Uhrzeit dagegen wandern bei einem Flug nach Lissabon um eine Stunde und lassen den Ferienbeginn plötzlich am Vorabend erscheinen. Unsere Dateien sind so aufgebaut; bei fremden Quellen lohnt ein Blick in die Datei, sie ist reiner Text und lässt sich öffnen.
Was in einer sauberen ICS-Datei steht
Eine ICS-Datei ist Text und lässt sich in jedem Editor öffnen. Wer prüfen will, ob eine Quelle sauber arbeitet, achtet auf vier Zeilen je Termin.
- UID: eine eindeutige Kennung. Fehlt sie oder wiederholt sie sich, legt der Kalender beim zweiten Import Dubletten an.
- DTSTART;VALUE=DATE: das Startdatum als reines Datum, achtstellig, ohne Uhrzeit. Steht dort ein T mit Uhrzeit, ist der Termin nicht ganztägig.
- DTEND;VALUE=DATE: das Enddatum, und hier liegt die häufigste Falle. Das Ende ist im ICS-Standard exklusiv, also der erste Tag, der nicht mehr dazugehört. Ferien vom 17. bis 31. Oktober brauchen DTEND 1. November. Wer den 31. einträgt, verliert den letzten Ferientag im Kalender. Ein großer Teil der frei kursierenden Ferienkalender hat genau diesen Fehler.
- DESCRIPTION: Quelle und Stand. Ein Termin ohne Herkunft lässt sich nicht prüfen, wenn er dem Kalender der Schule widerspricht.
Unsere Dateien tragen alle vier Zeilen und zusätzlich die Adresse der Seite, von der sie stammen, sodass man vom Kalendereintrag zurück zur Quelle kommt. Bei den Sommer- und Herbstferien in Schleswig-Holstein steht in der Beschreibung außerdem der Hinweis auf die Sonderregelung für die Inseln, denn ein Kalendereintrag, der dort stillschweigend gilt, wäre falsch.
Einen Familienkalender teilen
Wer die Termine für mehrere Personen sichtbar machen will, importiert sie nicht in den eigenen Kalender, sondern in einen eigens angelegten, etwa Schule oder Ferien, und teilt diesen Kalender. Dann können alle ihn ein- und ausblenden, und ein Fehler beim Import trifft nicht den persönlichen Terminplan. Bei Google geht das über Einstellungen und Freigabe des Kalenders, bei Apple über die iCloud-Freigabe, bei Outlook über Kalender freigeben. Wer zwei Bundesländer im Blick behalten muss, legt zwei Kalender an und färbt sie verschieden; die Überschneidung ist dann auf einen Blick sichtbar.
Was der Kalender nicht weiß
Kein Kalender kennt die beweglichen Ferientage einer Schule, die Sonderregelung für die nordfriesischen Inseln oder die Gemeinden, in denen Mariä Himmelfahrt gilt. Er kennt auch nicht den Unterschied zwischen einem Feiertag am Wohnort und einem am Arbeitsort. Das steht auf den Seiten, aus denen die Datei kommt, und nicht in der Datei. Wer den Kalender einrichtet, sollte die Landesseite einmal gelesen haben: Feiertage nach Bundesland, Schulferien nach Bundesland.


