Selbstständig machen: Die ersten digitalen Schritte – Website, Google-Profil, Impressum

Der Gewerbeschein ist beantragt, die Steuernummer kommt bald, und im Kopf ist schon alles fertig: das Angebot, die ersten Kundinnen und Kunden, vielleicht sogar das Logo. Doch spätestens wenn jemand fragt „Hast du eine Website?“, wird klar, dass zur Gründung heute auch ein digitaler Auftritt gehört.

Viele schieben dieses Thema vor sich her, weil es nach Technik, Kosten und Paragrafen klingt. Dabei lassen sich die wichtigsten Schritte gut planen. Dieser Leitfaden zeigt, in welcher Reihenfolge man vorgeht, was wirklich nötig ist und wo man Zeit sparen kann.

Schritt 1: Den Namen und die Adresse im Netz sichern

Bevor es um Design geht, braucht es eine Adresse im Internet – die Domain. Sie sollte kurz, gut zu merken und leicht zu buchstabieren sein. Bindestriche und Umlaute machen das Weitersagen am Telefon schwierig.

So findest du eine passende Domain

  • Prüfe, ob dein Firmenname als .de-Domain frei ist.
  • Wenn nicht: Ergänze den Ort oder die Tätigkeit, zum Beispiel „malerbetrieb-mueller.de“.
  • Sichere dir den Namen früh, auch wenn die Website noch nicht fertig ist.
  • Lege gleich eine E-Mail-Adresse mit dieser Domain an. „“ wirkt professioneller als eine Freemail-Adresse.

Die Kosten für eine Domain liegen meist bei wenigen Euro im Monat. Oft ist sie in einem Hosting-Paket bereits enthalten.

Schritt 2: Das Google-Unternehmensprofil anlegen

Für viele Gründerinnen und Gründer ist das Google-Unternehmensprofil der schnellste Weg, online sichtbar zu werden. Es erscheint in der Suche und in Google Maps, zeigt Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Bewertungen. Das Anlegen ist kostenlos.

Worauf es beim Profil ankommt

Wähle die Hauptkategorie so genau wie möglich – „Elektriker“ statt „Handwerker“. Trage Leistungen ein, lade echte Fotos hoch und halte die Öffnungszeiten aktuell. Wer kein Ladengeschäft hat und zu den Kunden fährt, kann ein Einzugsgebiet angeben und die eigene Adresse ausblenden.

Google verlangt eine Bestätigung, dass der Betrieb wirklich existiert. Das kann per Video, Telefon oder Post passieren. Plane dafür ein paar Tage ein.

Zeitstrahl: Domain, Google-Profil, Website, Impressum und Sichtbarkeit in den ersten 30 Tagen
Zeitplan: So verteilen sich die digitalen Schritte auf die ersten 30 Tage nach der Gründung.

Schritt 3: Die eigene Website – klein anfangen, sauber aufbauen

Eine Website muss zum Start nicht groß sein. Für die meisten Selbstständigen reichen wenige Seiten, die klar beantworten, was man anbietet, für wen und wie man Kontakt aufnimmt.

Diese Seiten brauchst du am Anfang

  • Startseite: Wer bist du, was bietest du an, in welcher Region?
  • Leistungen: Konkrete Beschreibungen in den Worten deiner Kunden.
  • Über mich / Über uns: Ein Gesicht schafft Vertrauen.
  • Kontakt: Telefon, E-Mail, Formular, gegebenenfalls Anfahrt.
  • Impressum und Datenschutzerklärung: Pflicht für geschäftliche Websites in Deutschland.

Wichtig ist, dass die Seite auf dem Smartphone gut funktioniert und schnell lädt. Die meisten Menschen schauen sich neue Anbieter zuerst unterwegs an.

Selbst bauen oder bauen lassen?

Baukästen sind günstig und schnell, stoßen aber an Grenzen, wenn es um Ladezeit, Suchmaschinen oder spätere Erweiterungen geht. Eine individuell erstellte Website kostet mehr, wächst dafür mit dem Betrieb mit. Inzwischen gibt es auch Modelle mit festem Monatsbetrag, bei denen Erstellung, Hosting und Wartung zusammengefasst sind – das schont die Liquidität in der Startphase. Agenturen wie RocketSEO bieten solche Pakete gezielt für kleine Unternehmen an. Wer vergleicht, sollte auf Laufzeit, enthaltene Leistungen und darauf achten, wem die Website am Ende gehört.

Schritt 4: Impressum und Datenschutz nicht vergessen

Für geschäftliche Websites gilt in Deutschland eine Impressumspflicht. Dort stehen unter anderem Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeiten und – je nach Rechtsform – Registereintrag und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Dazu kommt eine Datenschutzerklärung, die erklärt, welche Daten auf der Website verarbeitet werden, etwa über Kontaktformulare oder eingebundene Dienste.

Praktische Tipps

Nutze für beide Texte einen seriösen Generator oder lass sie prüfen. Kopiere keine Texte von anderen Websites, denn jede Seite ist anders aufgebaut. Und aktualisiere die Datenschutzerklärung, sobald neue Funktionen hinzukommen, zum Beispiel ein Newsletter oder ein Buchungstool. Im Zweifel hilft eine Beratung durch eine Anwältin oder einen Anwalt.

Checkliste typischer Impressumsangaben einer geschäftlichen Website
Checkliste: Diese Angaben gehören typischerweise ins Impressum einer geschäftlichen Website.

Schritt 5: Sichtbar werden und bleiben

Mit Website und Profil ist die Grundlage geschaffen. Damit dich Menschen auch finden, helfen ein paar Gewohnheiten:

  • Einheitliche Daten: Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich schreiben – auf der Website, im Google-Profil, in sozialen Netzwerken und Branchenverzeichnissen.
  • Bewertungen: Bitte zufriedene Kundinnen und Kunden aktiv um eine kurze Bewertung.
  • Aktualität: Neue Fotos, Leistungen oder Termine regelmäßig ergänzen.
  • Branchenverzeichnisse: Ein Eintrag in seriösen, regionalen Verzeichnissen stärkt die Auffindbarkeit.

Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Für den Start reichen meist zwei bis drei konzentrierte Tage, verteilt auf die ersten Wochen. Danach genügt oft eine Viertelstunde pro Woche, um Profil und Website aktuell zu halten.

Schritt 6: Soziale Netzwerke gezielt auswählen

Nicht jede Plattform passt zu jedem Betrieb. Statt überall ein halbherziges Profil anzulegen, lohnt es sich, einen oder zwei Kanäle bewusst auszuwählen und dort regelmäßig präsent zu sein.

Welche Plattform wofür?

  • Instagram: gut für alles, was sich in Bildern zeigen lässt – Handwerk, Gastronomie, Beauty, Mode.
  • Facebook: in vielen Regionen noch stark für lokale Gruppen, Veranstaltungen und ältere Zielgruppen.
  • LinkedIn: sinnvoll für Dienstleistungen an andere Unternehmen, Beratung und Fachkräftesuche.
  • WhatsApp Business: praktisch für schnelle Rückfragen und Terminabsprachen, sofern Datenschutzfragen geklärt sind.

Verlinke deine Kanäle auf der Website und umgekehrt. So entsteht ein stimmiges Gesamtbild, und Suchmaschinen erkennen leichter, dass die Profile zu einem Betrieb gehören.

Typische Stolperfallen in der Gründungsphase

Viele Gründerinnen und Gründer lassen sich anfangs von Angeboten überrollen: Verzeichnisse mit teuren Abos, Anrufe mit angeblich nötigen Google-Einträgen, Rechnungen für Leistungen, die nie bestellt wurden. Eine einfache Regel hilft: Nichts am Telefon zusagen, alles schriftlich anfordern und in Ruhe prüfen.

Eine weitere Falle ist Perfektionismus. Eine schlichte, gut strukturierte Website, die online ist, bringt mehr als ein aufwendiges Projekt, das monatelang in der Schublade liegt. Man kann später erweitern.

Kurz gesagt: Die Reihenfolge zählt

Wer alles gleichzeitig angehen will, verliert schnell den Überblick. Die bewährte Reihenfolge lautet: zuerst Domain und E-Mail, dann das Google-Unternehmensprofil, danach die Website mit Impressum und Datenschutz, anschließend ausgewählte soziale Netzwerke. So steht in jeder Phase etwas Funktionierendes online, und jeder weitere Schritt baut auf dem vorherigen auf.

Fazit

Der digitale Auftritt gehört heute zur Gründung wie Visitenkarte und Geschäftskonto. Wer Schritt für Schritt vorgeht – Domain sichern, Google-Profil anlegen, eine schlanke Website mit Impressum und Datenschutz aufbauen –, ist schnell sichtbar und wirkt von Anfang an professionell. Der Rest wächst mit dem Betrieb.